Historie

Als am 14.09.1972 im damaligen Kulturinfo „Treffpunkt Mühldorf“ ein Fragebogen über das Interesse an einer Musikschule in Mühldorf erschien, meldeten sich 146 Interessenten. Damit wurde der Wunsch nach einer Musikschule in Mühldorf dokumentiert und noch im gleichen Jahr begannen die ersten Kurse im Rahmen des VHS-Angebotes. In der Dezembersitzung des Stadtrates brachte der damalige Kulturreferent, Stadtrat Benedikt Ott folgenden Antrag ein:

  1. Die Stadt Mühldorf a. Inn soll die Trägerschaft einer zu gründenden Musikschule übernehmen.
  2. Es ist eine Planstelle für einen hauptamtlichen Leiter dieser Schule zu schaffen.
  3. Durch eine öffentliche Ausschreibung soll sich die Stadt unverzüglich um eine qualifizierte Kraft für diese Planstelle bemühen.
  4. Eine Satzung soll erstellt werden, in der alle rechtlichen und organisatorischen Fragen geregelt werden.

Mit drei Gegenstimmen wurde der Antrag angenommen. Im darauf folgenden Jahr beschloss der Stadtrat eine Satzung für die Musikschule, deren kommissarischer Leiter Helmut Wagner wurde. Am 12.07.1973 wurde Heinz Bartos zum Musikschulleiter bestellt, dieses Amt führte er bis zu seiner Pensionierung im Februar 1995 aus. Im September 1973 wurden 18.000.- DM für die Beschaffung von Instrumenten und Unterrichtsmittel zur Verfügung gestellt.

Das Büro des Musikschulleiters befand sich im 1. Stock des Postgebäudes am Stadtplatz 52. Die Unterrichtsräume waren über das gesamte Stadtgebiet verstreut, da die Schule noch kein eigenes Gebäude hatte. Für die Spielschule (musikalische Früherziehung) wurden Räume in der Bäckerei Kotter an der Innlände angemietet. Im Jahr 1975 besuchten insgesamt 367 Schüler den Musikschulunterricht. Der Anteil der Schüler aus den umliegenden Städten und Gemeinden betrug damals 33%. Der Stadtrat beschloss daraufhin die Einführung eines Gastschülerbeitrages. Im Januar 1978 gab der Stadtrat grünes Licht für den Einzug der Städtischen Musikschule in das frei gewordene Franziskanerkloster hinter der Frauenkirche am Stadtplatz. Mit dieser Maßnahme wurde ein eigenes Musikschulgebäude im Herzen der Mühldorfer Altstadt geschaffen. Das Gebäude war mit 12 Unterrichtsräumen und einem Vortragssaal ausgestattet.

Im Jahr 1989 errichtete die Stadt Neumarkt St. Veit eine Zweigstelle der Städtischen Musikschule Mühldorf a. Inn, die heute dort im Kulturbahnhof untergebracht ist und ermöglichte damit ihren Bürgern, ein qualifiziertes Musikschulangebot vor Ort zu nutzen.

Im Jahr 1990 entschloss sich die Gemeinde Schwindegg zu dem gleichen Schritt, kündigte die Zweckvereinbarung aber leider wieder zum 1. August 1995.

Nach dem Ausscheiden des langjährigen Musikschulleiters Heinz Bartos wurde die Musikschulleitung zum August 1995 neu ausgeschrieben. Der Mühldorfer Stadtrat bestellte Thomas Breitsameter zum neuen Leiter der Einrichtung. 1998 konnten im ehemaligen Postgebäude am Stadtplatz 52 vier zusätzliche Unterrichtsräume und 2003 nach dem Auszug der Post ein weiterer Probensaal geschaffen werden. Im Februar 2011 wurde die Musikschule in die alte Knabenschule in der Luitpoldallee 23 umgesiedelt. Dieser Schritt war notwendig geworden, da der ursprüngliche Schulstandort der Ansiedelung des Bekleidungsgeschäftes H & M weichen musste. Die Knabenschule wurde im Dezember per Stadtratsbeschluss zum „Hans-Prähofer-Haus“ ernannt. Die Stadt Mühldorf a. Inn wollte damit ein Zeichen setzen, um die Erinnerung an den bedeutenden Mühldorfer Künstler nicht verblassen zu lassen. Die Städtische Musikschule Mühldorf a. Inn bildet das Kernstück des Mühldorfer Kulturlebens und ist nun räumlich und ausstattungstechnisch optimal versorgt. In der Musikschule finden seit dem Jahr 2003 jeweils immer Anfang September auch die Meisterkurse der Mühldorfer Sommerakademie statt. Das balinesische JEGOG (Bambusgamelan), das einzigartig in ganz Europa ist, hat hier ebenso seine Heimat gefunden wie der Mühldorfer Gospelchor.

Auf den Gängen des Hans-Prähofer-Hauses können insgesamt 33 Bilder von Hans Prähofer bewundert werden; die Kreissparkasse Mühldorf / Altötting hat dankenswerterweise Reproduktionen ausgesuchter Werke zur Verfügung gestellt, um die Namenswidmung „sichtbar“ zu machen.

Im Juni 2016 hat das Hans-Prähofer-Haus von Werner Koller drei von Hans Prähofer gemalte Werbetafeln, die er Anfang der 60-er Jahre für das Haushaltswarengeschäft des Wilhelm Koller angefertigt hatte, als Schenkung erhalten. Werner Koller hatte die Werbetafeln bei seiner Auswanderung nach Australien im Jahr 1983 als Andenken an seine Heimat mitgenommen. Der Mühldorfer Stadtrat Max Oelmaier entdeckte die Kunstwerke bei seinem Besuch in Brisbane im Haus von Werner Koller und einigte sich mit ihm darauf, dass diese ihren Weg über den Pazifik zurück nach Mühldorf a. Inn fanden, wo sie nun im Vortragsraum der städtischen Musikschule bewundert werden können.