JEGOG

Balinesisches Bambus-Gamelan

Durch eine Laune der Natur bestehen für die Bambusgewächse im Süden Balis hervorragende Wachstumsbedingungen. So erreicht der Bambus teilweise enorme Ausmaße. Einzelne Röhren weisen einen Durchmesser von 20 – 30 cm auf.

Zum Spiel des Jegog-Instruments werden Schlägel mit schweren Gummiköpfen ähnlich wie für die großen Gongs im Gamelan benötigt, um die Instrumente zum Klingen zu bringen. Zustande kommt ein außerordentlich tragender und weich klingender Ton.

Das JEGOG wird auf Bali zur musikalischen Umrahmung von Wasserbüffel-Rennen verwendet.

Das JEGOG-Instrumentenensemble besteht aus insgesamt 11 Instrumenten, nämlich 1 x Jegog, 2 x Undir, 2 x Kutung, 3 x Barangan und 3 x Kancil.

Der vor einigen Jahren am Ruperti-Gymnasium als Gamelan-Lehrer tätige  Dr. Andras Varsanj (derzeit Leiter der Instrumentenabteilung am Münchener Stadtmuseum) war bis zum Jahr 2006 im Besitz eines Bambus-JEGOG, das ist ein außerhalb Indonesiens äußerst seltenes Instrumentarium aus Bambusröhren, das von der Technik her wie das Gamelan gespielt wird. Dieses JEGOG war eigentlich schon kurz davor, im Überseemuseum Bremen „zu verschwinden“, als wir auf die Initiative von Michael Niebauer (Musiklehrer des Ruperti-Gymnasiums) durch die Vereinsgründung des „Puspa Kamala“ die Grundlage schafften, dieses Instrumentenensemble nach Mühldorf zu bringen.

Dr. Andras Varsanj , studierter Schlagwerker und Professor an der Universität Münster, hatte sich bereit erklärt, sein Bambus-JEGOG zu veräußern.  Nun hatte sich auf Initiative von Landrat Georg Huber die Kreissparkasse Mühldorf dazu bereit erklärt, das Instrumentarium zu erwerben und es der Städt. Musikschule Mühldorf a. Inn zur Verfügung zu stellen.

Es gibt in ganz Europa nur das „Mühldorfer JEGOG“, es gibt noch eines in San Franzisko und eines in Japan; ansonsten gibt es Instrumentensätze dieser Art nur auf Bali (Indonesien) zu sehen und zu hören. Die Städt. Musikschule Mühldorf hat für das JEGOG einen eigenen Raum (EG 3) zur Verfügung gestellt. Mit Ivanildo Kowsoleea hat die Musikschule einen versierten JEGOG-Dozenten, der sich das notwendige Know-how angeeignet hat, um das exotische Instrumentarium spielen und auch fachmännisch warten zu können. Er bietet im Rahmen des Ergänzungsunterrichts das JEGOG-Spiel als Unterrichtsfach an:

Dabei können Gruppen von 11- 15 Personen auch ohne einschlägige Vorkenntnisse das Instrumentarium bespielen und in eine ebenso faszinierende wie exotische Kultur eintauchen. Das bedeutet für die Kreisstadt Mühldorf und für alle  Beteiligten (Musikschule; weiterführende Schulen, Betriebe, Verein PUSPA KAMALA) eine einmalige Chance im Bereich des Völkerverständigungsgedankens, des Kulturaustausches und der Einrichtung (über-) regionaler musikpädagogischer Konzepte.

Am Montag, den 2. Oktober 2006 fand in Mühldorf die offizielle Übergabe des Instrumentariums an die Musikschule und den eigens gegründeten Verein Puspa Kamala (1. Vorsitzender: Ivanildo Kowsoleea) statt. Neben der Vorstandschaft der Sparkasse und Landrat Georg Huber hatten sich dazu auch der 2. Bürgermeister Josef Schwarz, Kulturreferent Dr. Wanka, der Musikschulleiter Thomas Breitsameter, zahlreiche Vereinsmitglieder und die örtliche Presse in der Städt. Musikschule Mühldorf a. Inn eingefunden. Die Vereinsmitglieder gaben auf dem Instrumentarium eine klangliche Kostprobe und luden die übrigen Anwesenden in der Folge zum Mitspielen ein. Damit hat die Kreissparkasse Mühldorf einmal mehr ihre Verantwortung und ihr Interesse bei der Umsetzung eines bedeutenden multikulturellen musikpädagogischen Konzeptes eindrucksvoll unter Beweis gestellt.